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Gut geschützt beim Rettungsdienst – passende Sicherheitsschuhe

Ein Rettungseinsatz ist nicht immer ungefährlich. Oft kommt es in schwierigen Situationen zu unerwarteten Zwischenfällen, die die Rettungsaktion erschweren können und damit nicht nur die Sanitäter sondern auch die zu Rettenden bedrohen. Daher gibt es Schutzausrüstung, die Einsatzkräfte vor häufigen Gefahren schützen kann, dazu gehören auch Sicherheitsschuhe.

Feuer im Wald

Wikipedia (gemeinfrei)

Es können beispielsweise Gefahren drohen durch:

  • Fallende Dinge
  • Eintreten spitzer Gegenstände
  • Gefährliche Flüssigkeiten (zu heiß oder ätzend)
  • Feuer, Glut oder Strom
  • Gleichgewichtsverlust durch zu wenig Standfestigkeit (bei herkömmlichen Schuhen)
Deshalb wurden speziell für Feuerwehr und Sanitäter Arbeitsschuhe entwickelt, die leicht zu tragen sind, aber dennoch die notwendige Stabilität, Robustheit und Widerstandsfähigkeit aufweisen.
Sicherheitsschuhe bieten mit ihrer rutschfesten und durchschnittsicheren Sohle sowie ihrem eingearbeiteten Zehenschutz, maßgebliche Sicherheit bei starker Belastung. Zusätzlich bewahren sie vor Berührung mit chemischen Substanzen und Bakterien. Dadurch erfüllen sie die wichtigen Sicherheitsstandards.

Welche Arten von Sicherheitsschuhe gibt es?

Sicherheitsschuhe gibt es als Clogs/Sandalen, Halbschuhe, Hochschuhe und Stiefel. Die meisten Modelle sind klassisch zu schnüren, doch genau so gibt es Schuhe mit komfortablem Schnellverschluss (Klettverschluss). Auf Grund der Vielfalt an Einsatzgebieten, gibt es für jedes Schuhwerk die passende Klassifizierung (allesamt zertifiziert mit der Europäischen Norm EN ISO 20345).

Besonders beim Rettungseinsatz müssen Sicherheitsschuhe den Unfallverhütungsvorschriften und notwendigen Anforderungen entsprechen. Die verwendeten Schuhmodelle im Rettungsdienst gehören daher zu den genormten Sicherheitsklassen S1, S2 und S3. Zumeist sind entweder aus Kunststoff oder hochwertigem Leder angefertigt, mit eingearbeiteter Stahlkappe und –sohle. Besonders im Außenbereichen, wo Gefahr besteht mit Wasser oder Flüssigkeiten in Berührung zu kommen, sollen sie den nötigen Schutz gewährleisten.

Sicherheitsschuhe von des Rettungsdienst-Mitarbeitern müssen mit einem Reißverschluss ausgestattet sein, um ein schnelles An- und Ausziehen zu ermöglichen (Ausnahme: Gummistiefel).

Sicherheitsklassen geben Schutzstufe an

Sicherheitsschuhe werden in verschiedene Klassen unterteilt:
  • SB: Erfüllt die Grundanforderungen durch: geöffneten Fersenbereich und integrierter Zehenschutzkappe (hält Belastungen bis zu 200 Joule stand). Einsatzgebiet: Labore, Küchen, Krankenhäuser, Pflegestationen.
  • S1: Geschlossener, geschützter Fersenbereich, Zehenschutzkappe (für Belastungen bis zu 200 Joule Druck). Einsatzgebiet: Lager-, Küchen- oder Logistikbereiche.
  • S1P: Zusätzliche Durchtrittsicherheit (dadurch das P in der S1 Kennzeichnungsklasse), geschützter Fersenbereich, Zehenschutzkappe (200 Joule Belastung möglich), kein ausreichender Wasserschutz (somit nur für den Innenbereich gedacht)
  • S2: Zehenschutzkappe (200 Joule Belastung möglich), rutschfeste, durchtrittsichere Sohle, geschlossener Fersenschutz, ausreichender Flüssigkeitsschutz (daher auch für Arbeiten im Außenbereich) mit öl- und benzinresistenter Sohle. Einsatzgebiet: Arbeiten im feuchten Bereich
  • S3: Durch erhöhten Zehenschutz (200 Joule Belastung möglich), durchtrittsicherer, profilierter Sohle, geschlossenen Fersenschutz und einem ausreichenden Flüssigkeitsschutz ist er einer der beliebtesten Schuhe im Sicherheitsbereich für innen und außen.
  • S4 und S5: Diese profilierten Stiefel (bestehend aus Gummi- und Polymere-Materialien) bieten den besten Schutz vor Feuchtigkeit da er komplett geschlossen ist und den Fuß sehr hoch umschließt (erinnert an einen Gummistiefel). Kein Wassereintritt in den Schuh unter 15 Minuten. Sie erfüllen die höchsten Anforderungen im Arbeitsumfeld dank ausreichendem Zehenschutz (200 Joule Belastung möglich), durchtrittsichere Sohle, Fersenschutz und komplettem Flüssigkeitsschutz.
Doch auch weitere Zusatzfunktionen sind durch folgende Kennzeichnungen gegeben:
  • ESD–Sicherheitsschuhe bieten Schutz vor Verletzungen und weiteren Schäden mittels elektrischer Entladung. Dank spezieller Fertigung, werden dadurch die Füße bestens geschützt.
  • A – antistatisch
  • C – leitfähig
  • E – Energieaufnahme im Fersenbereich
  • P – durchtrittsicher
  • CI – kälteisolierend
  • HI – wärmeisolierend
  • FO – Öl- und Benzinresistenz der Sohle
  • HRO – Kontaktwärme-angepasstes-Verhalten
  • ORO – Kraftstoffbeständigkeit
  • SRA – Rutschhemmung (Keramikfliese/Reinigungsmittel im Testverfahren)
  • SRB – Rutschhemmung (Stahlboden/Glycerin im Testverfahren)
  • SRC – Rutschhemmung (SRA und SRB im Testverfahren bestanden)
  • WR – Wasserbeständigkeit des gesamten Schuhs
  • WRU – Wasserbeständigkeit des Schuhoberteils bei Wasserdurchschritt und Wasseraufnahme

Worauf ist noch zu achten?

Waren Sicherheitsschuhe früher schwer (unter anderem durch die eingearbeiteten Sicherheitsvorkehrungen wie Stahlkappen) so ist dies inzwischen längst nicht mehr der Fall. Heutzutage wird nicht mehr nur auf Funktionalität sondern auch auf Tragekomfort geachtet. Manche Modelle sind daher extra-breit, damit sie sich auch zum Tagen mit dickeren Socken eignen.Auch ein passender, angenehmer Sitz des Schuhs ist beim Tragen unumgänglich. Hier empfiehlt sich, ihn im Zweifelsfall eine Schuhgröße höher zu tragen, da zu enge Schuhe bei einer längeren Tätigkeit hinderlich sind.

Prinzipiell sind handelsübliche Sicherheitsschuhe sowohl für Männer, als auch für Frauen geeignet. Doch inzwischen hat dieses Schuhwerk längst nicht mehr nur einen rein funktionellen Zweck. Einige Marken passen ihre Modelle speziell an die Bedürfnisse von Damen an. Sie wurden modisch weiterentwickelt, sodass die eleganten Damen-Sicherheitsschuhe mit Absatz beispielsweise am Flughafen (u.a. beim Sicherheitspersonal) zum Einsatz kommen. Frauen-Sicherheitsschuhe sind aus synthetischem Material ab Größe 35 im Handel erhältlich. Auch auf die Anatomie der Frauenfüße wird bei diesen Modellen Rücksicht genommen, da Frauen zumeist schmalere Füße haben. Im Sicherheitstest schneiden jedoch Damen-Sicherheitsschuhe genauso sicher ab, wie Unisexmodelle oder jene von Herren.

Natürlich gibt es unter den Sicherheitsschuhen auch eigene Winter- und Sommermodelle. Wird der Fuß bei der Arbeit im Sommer oder in sehr heißen Räumen besonders beansprucht, sind Sicherheitssandalen die beste Wahl. Sie besitzen eine Zehenschutzkappe und zusätzlich Öffnungen an den Seiten die für die notwendige Luftzirkulation sorgen. Deren Sohle ist öl- und säureresistent sowie antistatisch. Cofra, Elten, Geox sowie Nike schnitten in Tests besonders gut ab. Allerdings gibt es eine Vielzahl an Anbietern. Selbst im Baumarkt Ihres Vertrauens können Sie solch qualitativ hochwertige Schuhe erwerben.

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