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Heiraten und Steuern in Deutschland

Wenn die Hochzeitsglocken klingen, Braut und Bräutigam glückselig lächelnd sich am Traualtar das Ja-Wort geben, der Pfarrer seinen Segen gibt die Hochzeitgesellschaft tief gerührt den beiden Jungvermählten die besten Wünsche mit auf den gemeinsamen Lebensweg gibt, dann wird zumeist für viele junge Ehepaare eine ganz neue Zeit anbrechen.

Ehe Szenen

Maler: William Hogarth (gemeinfrei)

Nicht in der Form, dass jetzt zuerst mal eine gemeinsame Wohnung bezogen und ein gemeinsamer Hausstand gegründet wird, nein, diese Zeiten sind für die Meisten schon lange vorbei. Denn sehr oft haben junge Leute schon lange bevor es zum Traualtar geht schon einen gemeinsamen Hausstand und leben in “wilder Ehe” zusammen. Steuernsparen und Heirat werden aber sicherlich nicht alle gleich miteinander in Verbindung bringen.

Heiraten und Steuern – Steuerklasse ändert sich!

Was sich aber definitiv für die Jungvermählten ändern wird ist die steuerliche Betrachtung ihres jetzt gemeinsamen Lebensweges. Denn in steuerlicher Hinschicht gehen sie diesen Weg ebenfalls gemeinsam. Waren Jungeselle und Gesellin bisher noch in der steuerlichen Grundtabelle veranlagt, so werden sie nach der Verheiratung jetzt gemeinsam veranlagt werden und befinden sich steuerlich betrachtet in der Splittingtabelle. Diese Betrachtung erfolgt jetzt aber ausschließlich vom bundesdeutschen Steuerrecht aus, im übrigen Europa, ja sogar weltweit, herrschen völlig andere fiskalische Rechtmäßigkeiten.

Zwar haben wir zwischenzeitlichen schon seit Jahrzehnten eine europäische Wirtschaftsunion und seit einigen Jahren bezahlen wir fast alle in Europa mit dem Euro und sind somit auch eine Währung-Union, eine Fiskal-Union ist derzeit noch in weiter Ferne.

Im deutschen Steuerrecht sieht es nun aber so aus, dass junge Ehepaare direkt nach der Verheiratung eine gemeinsame steuerliche Veranlagung erhalten. Zu beachten ist hierbei dass, gerade wenn beide berufstätig sind und in einem angestellten Arbeitsverhältnis stehen, sie bei ähnlichem monatlichem Einkommen die Steuerklasse wechseln sollten. Denn bisher waren sie noch in Steuerklasse I und hatten somit recht hohe steuerliche Abgaben zu leisten. Der Wechsel in Steuerklasse IV stellt beide steuerlich ähnlich, hat aber auf jeden Fall eine geringere Steuerlast zur Folge. Verdient einer von beiden erheblich mehr dann empfiehlt sich der Wechsel in Steuerklasse III/IV, der Partner welcher das höhere Einkommen hat sollte dann die III wählen der andere die V. Hat nur einer der Ehepartner einen Verdienst empfiehlt sich Steuerklasse III.

So wird also dem jung vermählten Paar zusätzlich zu vielen anderen Hochzeitsgeschenken auch noch vom Fiskus ein kleines Steuergeschenk beschert. Heiraten und Steuern sind also nicht voneinander zu trennen. Allerdings sollen diese Ausführungen lediglich dazu dienen einen ganz kleinen steuerlichen Überblick zu verschaffen. Das deutsche Steuerrecht ist so komplex und umfassend und beinhaltet so viele Sonderregelungen und Ausnahmen, dass hier nur ein ganz kleines “Blitzlicht” für Jung verheiratete gegeben werden soll. Steuernsparen und Heirat will eben auch gelernt sein!

Beispielsweise wenn die Ehepartner mittels Ehevertrag die Ehe geschlossen haben, entfällt der Status der gemeinsamen Veranlagung komplett und eine völlig neue Betrachtungs-und Vorgehensweise wird dann nötig. Ebenfalls ist bei Selbständigkeit die Situation ebenfalls nicht dieselbe. Deshalb sollte nach jeder Eheschließung zunächst fachkundige Hilfe zur jeweiligen steuerlichen Situation eingeholt werden, entweder direkt beim Finanzamt oder bei einem Steuerberater.

Weitere Infos:

Achtung, nur zur Info: Das sind nur meine Gedanken und sollen keine Beratung darstellen, vielleicht habe ich auch das ein oder andere falsch verstanden und kann keine Expertenmeinung ersetzen!

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