Bausparen für die eigenen 4 Wände-zeitgemäß oder alter Zopf?

Bausparen, als Solidargemeinschaft zwischen Sparern und Darlehensnehmern, erfreut sich in den letzten Jahren wieder zunehmender Beliebtheit. Keine andere Sparform hat schon so viele Menschen die Möglichkeit der „eigenen 4 Wände“ eröffnet Bei uns in Deutschland hat das Bausparen eine sehr lange Tradition, die ersten Bausparkassen wurden jedoch in England gegründet.

In der Sparphase, das Bausparen setzt sich aus zwei Phasen zusammen, der Spar-und der Darlehensphase, hat der Sparer zwar nicht gerade umwerfende Zinschancen, jedoch durch Wohnungsbauprämie, vom Staat gewährt innerhalb gewisser Einkommensgrenzen und der Möglichkeit der Anlage vermögenswirksamer Leistungen, können sich die Renditen steuerbereinigt durchaus sehen lassen.

Der Aktien-Hype vor der Jahrtausendwende bescherte den Bausparkassen zwar einige schlechtere Umsatzjahre, viele Aktien geprellte sind allerdings, bedingt durch Lehmann-Pleite, Finanz-und Bankenkrise, sowie Turbulenzen an den Akteinmärkten, wieder reumütig in den Schoss der Bauspargemeinde zurückgekehrt.

Bausparlandschaft der Bausparkassen

In Deutschland wird die Bausparlandschaft von 2 großen Lagern der Bausparkassen bestimmt. So sind zum einen die gesetzlichen Landesbausparkassen, als Verbundpartner der Sparkassen zu nennen, zum anderen versuchen die privaten Bausparkassen den Landesbausparkassen den Rang abzulaufen.

Hier ist die Bausparkasse Schwäbisch Hall, Verbundpartner von Volks-und Raiffeisenbanken, zusammen mit zahlreichen weiteren, teilweise erheblich kleineren Bausparkassen, hauptsächlich zu nennen. Das BHW, ursprünglich als BeamtenHilfsWerk gegründet, ist zwischenzeitlich eine 100%ige Tochter der Postbank und kann neben der Bausparkasse Schwäbisch Hall, als einzig wirklich großer und ernst zunehmender Mitbewerber genannt werden. Wüstenrot, Badenia Bausparkasse, Bausparkasse Mainz, um der Vollständigkeit halber einige weitere Kassen zu nennen, spielen im Konzert der Großen eine eher untergeordnete Rolle.

Bildung von Wohneigentum

Bausparen, neben Sparformen wie Fondsparen, Versicherungssparen, Kontensparen bei Banken und Sparkassen, wird seit jeher als Grundlage für sinnvollen Vermögensaufbau gehandelt. Zunehmend spielt hier auch die Altersvorsorge eine ganz bedeutende Rolle. Denn eine im Alter bezahlte Wohnimmobilie stellt nach wie vor eine der Säulen unseres Rentensystems dar. Hiervon ist zwischenzeitlich wohl auch der Gesetzgeber überzeugt und das Baupsparen wird seit einigen Jahren daher auch beim „Riestern“ gefördert!

Wohnungsbauprämie und Arbeitgebersparzulage

Das Prinzip „Bausparen“ setzt sich wie eingangs erwähnt aus einer Spar-und Darlehensphase zusammen. Beide Phasen kann man auch durchaus, wie bei einem Kontensystem in zwei Konten einordnen. So hat die Sparphase zunächst den Zweck den Sparer durch monatliche, vierteljährliche oder durch Einmalzahlungen seinen ganz persönlichen Bauspartopf zu füllen. Die Einlagen werden verzinst, vom Staat mittels Wohnungsbauprämie noch aufgepeppt, durch eventuell vom Arbeitgeber gezahlte Arbeitnehmersparzulage ergänzt und fertig ist das Bauspargericht in Sachen „Sparphase“.

Bewertungszahl bestimmt unter anderem Zuteilung

Mittels einer von der Bausparkasse in Bausparbedingungen eingebundenen Bewertungszahl wird dann bausparmathematisch eine der Zuteilungsvoraussetzungen ermittelt. Diese, zusammen mit den bis dahin angesammelten Spargeldern bilden dann die Grundlage für die Zuteilung. Hier werden von Bausparkasse zu Bausparkasse ganz unterschiedliche Maßstäbe angelegt. Als Faustformel lässt sich aber sagen, dass ca. 40-50% der Bausparsumme angespart werden müssen um in den Genuss der zweiten Phase, der Bauspardarlehensphase zu kommen.

Bauspardarlehen sichert Zinsen für morgen

Diese zweite Phase im Kontensystem des Bausparvertrages, eigentlich sind es wirklich lediglich zwei Konten welche durch Bedingungen eines Vertrages zusammengefügt werden, die das Bausparsystem begründen. Diese zweite Phase also, auch Darlehensphase genannt, beschert dem Bausparer dann das oft heiß ersehnte Bauspardarlehen. Durch in den letzten Jahren geradezu historischer Kapitalmarktzinsen haben sich die Bausparkassen dieser Entwicklung angepasst und so sind Darlehenszinsen ab 1 % aufwärts oft die Regel. Und gerade diese extrem niedrigen Kreditzinsen machen das Bausparen zu einer weiteren, äußerst interessanten Anlage, wenn es beispielsweise um eine in einigen Jahren geplante Baufinanzierung geht. Denn anders als beim Bankdarlehen, welches immer simultan mit einem Bau-oder Kaufvorhaben einhergeht und auch erst dann aufgenommen und die Zinsen festgezurrt werden, sichert ein Bausparvertrag schon heute die Zinsen für die Zukunft.

Und erst jetzt lässt sich die Tragweite der Entscheidung, eines heute für die Zukunft abgeschlossenen Bausparvertrages, in ihrer ganzen Dimension ermessen! Denn extrem niedrige Zinsen, welche schon heute durch vertraglich garantierte und unumstößliche Zinsvereinbarungen gesichert werden, werden in Zeiten künftig wieder steigenden Zinsen oder sogar einer erneuten Hochzinsphase, in den 80ern des letzten Jahrhunderts waren Kreditzinsen von 10% und mehr die Regel, zu einem echten Pfund!

Bausparen – sichere Investition in die Zukunft

Als Fazit lässt sich daher festhalten, Bausparen hat durch moderne und zeitgemäße Vertragsgestaltung wieder eine Marktstellung eingenommen, welche vor wenigen Jahren so noch nicht abzusehen war. Denn Sparzinsen, zwar auch nicht gerade üppig, zusammen mit den für die Zukunft zu sichernden Kreditzinsen, lassen den Bausparvertrag in ganz neuem Licht erstrahlen. Der Bausparvertrag bildet daher, neben anderen Sparmaßnahmen, eine überaus sichere Investition in die Zukunft.

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